Mittwoch, 30. September 2009

upsidedown.







Montag, 21. September 2009

Auch morgen werde ich noch leiden wollen oder der Monolog eines Tölpels.

Ja, ich denke noch an dich.
Gestern und heute und sicherlich auch morgen wieder.
Ein Gedanke, ein zweiter und dann das Herz, das sich in den Fragen biegt, die ich mir selber jeden Tag aufs Neue stelle. Das bricht wenn mich der eigene Vorwurf selbst auffrisst. Das einfach nur so um sein Leben zappelt und pocht wenn ich
zu glauben vermag, dass dieser Fehler für immer meine Augen durchnässt, er zum Laster wird, der mir folgt bis zum allerentferntesten Ort.

Dieser eine Fehler, den ich tat, als ich den Mut im falschen Moment im Ärmel versteckte, ich mein aller Herz auf die falsche Karte setzte und ich tief verträumt war, als die Gunst der Stunde an mir vorbei geschlichen ist - dieser Fehler, er jagt mich durch die schmalsten Gassen dieser viel zu grellen Stadt. Und allesamt laufen sie mit mir ins Leere, durch den Boden hindurch in den langen, freien Fall, wo ich mich fühle wie ein junger Vogel, welcher hilflos aus dem Neste plumpst.

Und aus allen Fenstern, anstatt Händereichen, schreien sie mir ihre Zukunft in die Ohren. In Glück und Liebe gezählt, in Küssen gesprochen und in Freude geträumt.
Das alles wäre meines. Willkommen im Konjunktiv-Karussell, das sich immer um die eigene Achse dreht und so die Fehler bleiben lässt was sie nun mal sind – falsche Entscheidung.
Und Erfahrung ade, denn nichts kommt einmal wieder. Man macht die Dinge ewig falsch weil sich jedes Mal, in jeder neuen Stund, ein kleines Rädchen im Großen Leben anders dreht.
Nichts bleibt gleich nur die Fehler halten ewig. Und mit ihnen die Reue die nicht geht.

Und doch irgendwann vielleicht, erlange ich das Wissen um die Konsequenzen, wenn man sich ständig nur innerlich verstellt anstatt einmal im Leben kompromisslos zu sein.
Alldem bleibt bis zu dieser Stund, alles beim Alten, auch diese Angst, es zu wollen doch es nicht zu können – das Vergessen.
Dazu die Stunden vor dem Schlaf, in denen ich mich quälend lang im Bett rumdrehe und sich die Erkenntnis jedes Mal, in jeder neues Position, neu entfacht, dass ich hier und jetzt das weiß, was ich damals nie wusste, dass ich sehe was ich nicht tat, obgleich ich es hätte tun sollen.
Ferner nur diese Furcht, all das werde ewig bleiben, sich ziehen, dehnen und innerlich wachsen, durch all die Nächte voller Einsamkeit, durch tausend Winter ohne Frühling, hinab, brechend durchs Eis, in die tiefste aller Tiefen!

Es ist ein Gefühl, so scheint es, welches nie mehr ganz erlischt, das ziehend schmerzt, brennt und Narben hinterlässt an denen nichts mehr wächst. Kein neuer Morgen, keine neues Du.
Stattdessen ein schäbiges Leben im Präteritum, in dem ich nicht weiß, wem unterm Strich mein Leben wirklich gehört. Dir oder schon mir?
Denn wo ich auch laufe, in viel zu vielen Pflastersteinen sind Erinnerungen von damals eingemeißelt, als dein und auch mein Name noch mit einem „euch“ flankiert war.
Also nehme ich meinen Stift und zeichne vorsichtig das Labyrinth unserer Vergangenheit nach. Doch trotz aller Achtsamkeit stoße ich an Wände an, auf denen steht: „Das ist auch mein Leben, das du da gerade verkackst“.

Ich will hier nicht stehen müssen und doch schmerzt mir die Reue wie ein brauner, fauler Zahn in einem schneeweißen Gebiss.
Und ich will auch nicht einsehen müssen, dass ich nur dastand mit dem Kopf zur Wand und dem Vorhang vor den Augen – zum Träumen ist das gut, doch zum Leben nichts weiter als eine ewige Qual!
Obendrein war ich blind, blind wie ein Fisch und naiv wie eine Katze, harrend vor dem Mauseloch. Gewartet auf die Beute die nicht kam, dabei vergessen zu sehen was im Leben wirklich zählt – zu lieben.
Und wenn mich heute nachts ein Traum heimsucht, dann handelt er von dir. Von der Art wie du Lachst, der Weiße wie du sprichst. Und ich baue mir den Traum nie selbst, stattdessen schleicht er sich von ganz allein, in meinen Kopf hinein.

Doch sag, denkst du trotz all den Fehler, die ich machte manchmal noch an mich? Wenn du am Bahnsteig stehst und wartend in den Himmel blickst, die Wolken zählst, der Wind dein Haar verweht und du träumend den Augenblick vergisst? Verliest du dann nur eine Sekunde an mich?
Sag, kannst du all die Lieder hören, die wir eintausend Mal zusammen lauschten, ohne an mich zu denken? All diese Lieder, die uns so sehr berührten, die wir untrennbar lebten und sangen, die unsere Endorphine tanzen ließen, mit den wir gemeinsam weinten und lachten und uns Alles waren?

Bitte sag, dass du noch weißt wie ich hieße. Dann sag ich dir, wie sehr du mir hier fehlst.

Alles was jetzt die Tage kommt, muss vorbei an dem was war und mit Verlaub, dass ist nicht leicht, denn wenn Zuhause da ist wo mein Herz wohnt, dann war deine Hand, im Nachhinein, die Eingangstür zu meiner Heimat, die ich heute brauche, um vollends glücklich zu sein.