Dienstag, 21. April 2009

Weil ich immer noch atme.

Mir kann es noch so beschissen gehen. Ich kann alles verlieren und auf dem aller höchsten Niveau scheitern. Da gibt es eine Hand voll Lieder, die nicht nur einen Moment retten können. Nein, dass sind Lieder, die ein ganzes verdammtes Leben retten können und das auch wollen.
Die letzten Tage waren grandios. Sie waren abgefahren und in ihrer Absurdheit total überzogen. Sie waren vielleicht die bis jetzt schrillsten Tage meines Lebens. Doch die Tage vor den letzten Tagen waren die Hölle. Müde zu sein und schlafen zu wollen aber es nicht können, weil die Augen von den Tränen verklebt sind, der Mund auf dem trockenen liegt, der verdammte Kopf pocht und dieser Schmerz, der tief in einem sitzt einfach nicht verschwinden will, das alles zusammen ist wahrlich ein schreckliches Gefühl. Aber was noch viel schlimmer ist, ist dieser sich immer widerholender und verfluchter Versuch aus dem Bett aufstehen zu wollen. Doch es klappt einfach nicht. Alles was man kann ist liegen bleiben und weiter in seinem Gerüst aus Träumerei und Unverwundbarkeit zu tollen. Doch all das habe ich hinter mir gelassen und zwar nur weil es dort draußen Lieder gibt, die einem die Hoffnung schenken, die man braucht um an einen Morgen glauben zu können.
Wieder mal hat die Musik mein Arsch gerettet. Zeit ihr dafür zu danken.
Jeden Tag stelle ich hier eines dieser Lebensretter-Lieder rein.
Vorhang auf für meine Armee an Seelenklemptnern.


Kate Nash - Nicest Thing



"I wish my smile was your favourite kind of smile,
I wish the way that I dressed was your favourite kind of style.
I wish you'd never forget the look on my face when we first met.
I wish that you needed me."






Sophia - Something



"I'm jealous
and possessive
neurotic, insecure and obsessive
I ain't much, but half a nothing, i never felt like i was something
But I love you...
Oh, I love you..."






Kontrapunkt - Du und Ich gegen den Rest der Welt, NEIN.


"Shy again und wieder pleite
Aber doch irgendwie immer reicher an Erfahrung
Und ab jetzt wird’s gut
Oder einfach nicht mehr schlimmer

Hörst ihn reden, siehst ihn lachen
Spürst deine Herzkammern zusammenkrachen!"






Adolar - Frühjahr oder später













"Alles klar hier auch hallo.
keine angst jeder abend ist so gut wie ausgeplant.
ja.
MIR FEHLT WAS WIR WAREN
MIR GEHT ES NICHT SO GUT.
JEDES MAL WENN ICH DICH SEHE.
DAS MIT DEM FREUDEBLEIBEN IST GARNICHT SO EINFACH!"

Montag, 13. April 2009

Ich kann nicht (mehr) tanzen.

Ich spaziere hier einfach durch das Leben und schaue was passiert. Und wenn man dabei bedenkt, dass ich nur sehr wenig von dem für dieses Leben so wichtige Selbstvertrauen besitze, so hätte alles auch viel schlimmer kommen können als es jetzt ist.
Doch dieses verlorene und erdrückend leere Gefühl, ich zu sein, wird jeden Tag größer.
Was jetzt noch zählt ist weder zu gewinnen noch zu verlieren sondern einzig und allein so lange weiter zu atmen, wie es nur geht.
Hirn auf Standbye und das Herz wird verrenkt, denn der Ballon ist geplatzt. Verdammt.

PS:
In deinen Händen steckte die Hoffnung, die ich schon längst verloren hatte.


Freitag, 10. April 2009

Mittwoch, 8. April 2009

Haben deine Beine sich beschwert?













Spot: Barr (Frankreich)
Rider: Renè Schmidt & David Schmied

Dienstag, 7. April 2009

Phantomschmerz




"Ich brauche deine Hilfe, um den Berg aller Berge zu erglimmen.

Ich hoffe du kommst."



Montag, 6. April 2009

Kinderkram mit Zuckerkuss


Früher, als ich noch kleiner war und ich wild durch die Baumwipfel kletterte, auf ihnen ehrgeizig und mit Schwielen an den Händen aus altem morschen Holz kleine Häuschen baute, mit einem Funkeln in den Augen nach saftig roten Äpfeln griff während mir eine sanfte Briese der naiv kindlichen Freiheit durchs Haar wehte, glaubte ich, dass ich unverletzlich sei. Wie ich mich gekonnt von Ast zu Ast hangelte und jede ihrer Gabelungen kannte, so dachte ich auch, ich würde das Leben kennen. Ich glaubte nicht, dass ich jemals raus fallen würde aus meiner kleinen heilen Welt. Ich wohnte in meinem Baumhaus und lebte in einer Welt in der die Träume dazu da waren, einen zum lachen, nicht zum weinen zu bringen.

Ich glaubte nicht an den Absturz, nicht an den freien Fall. Viel mehr glaubte ich an den Tag, an dem ich hinter dem Haus meiner Eltern, mit einer selbstgebauten Rakete Richtung Mond fliegen und mich der Schwerelosigkeit unendlich hingeben würde. Ich war ein Gigant der keine Schmerzen kannte – bis zu dem Tag, an dem ich die Liebe entdeckte. Ich suchte sie nicht, sie fand mich. Und hätte ich verdammt noch mal gewusst, als was für ein fieser Freund sie sich entpuppt, so hätte ich mich damals besser vor ihr versteckt. Ich wäre zur Not mit meinem Kettcar bis ans Ende der Welt gefahren, nur um so später das Gefühl besitzen zu dürfen, alles gegeben zu haben. Doch ich tat es nicht. Ich tat nichts.

An diesem Tag, an dem die Liebe mich fand änderte sich alles. Mein ganzes Leben drehte sich um hundertachtzig Grad. Da wo einst der Himmel war, standen fortan meine Füße und der Kopf baumelte traurig hinunter in Richtung Boden. Auf einmal war er da, dieser seelische Schmerz und ich musste qualvoll feststellen, dass er eintausend Mal mehr wehtut, als der körperliche. Zuvor war das Leben so federleicht wie zuckersüß und nun auf einmal war sie da, die Qual nicht mehr schlucken zu können oder atmen zu wollen.

Was folgte, waren auf der einen Seite eine Hand voll Augenblicke, die mir die Chance gaben mich in purer Schönheit zu sonnen, in denen ich nicht nur mit dem Mund, nein sondern mit meinem ganzen Herzen lachen und singen konnte. Da warne Augenblicke in denen ich mich fühlte, wie damals, als ich auf dem allerhöchsten Ast balancierte, hinunterblickte auf die Nachbargärten und mit einem fetten Grinsen feststellte, das ich der allergrößte war.

Doch auf der anderen Seite liegt ein Rucksack, welcher so übervoll an Erinnerungen an Tage voller Einsamkeit und Leere ist, dass sich der Reisverschluss schon lange nicht mehr zu machen lässt. Erinnerungen an Tage, welche so schwarz waren, dass man sich fragte ob das Leben zum leben ungeeignet sei, wenn man sich ständig nur verrennt. Es waren Tage, an denen ich flehte zurückgehen zu dürfen - an den Tag, an dem sich mein Leben änderte. Ich möchte wieder toben können, sich groß fühlen auch wenn man nur kleine Dinge tut, ich will wieder Hütten im Wald bauen, mit Freunden munter um die Wette springen, mit Kreide eigenartige Gestalten auf die Straße malen, ich will wieder freudig durchs Gestrüpp hopsen und durchs Maisfeld rennen, ich will an kalten Wintertagen mit roten Backen Schneemänner bauen, Eiszapfen lutschen und Engel in den Schnee drücken, ich will mit meinem Holzschlitten über verschneite Schneehänge sausen und mich abends auf Mutters Schoß mit eine heißen Schokolade wieder aufwärmen, ich will das Schuhbinden verlernen um es verzweifelt und mit Knoten auf den Fingern wiedererlernen, ich möchte wieder über feuchte Wiesen tanzen und dabei Grashüpfer fangen, ich will wieder Micky Mouse Hefte kaufen um das Extra zu besitzen, ich möchte wieder Kindergeburtstage feiern und dabei Topfschlagen und Blindekuh spielen, ich will wieder die alten Kindersendungen schauen die mir so sehr am Herzen lagen, ich möchte wieder durch die Nachbarschaft ziehen, dabei Lieder singen und Blumen verkaufen um mir so Süßes am Kiosk kaufen zu können, ich will wieder Klingelstreiche machen und heimlich durch Nachbars Garten huschen, ich möchte wieder leben können, richtig leben, leben ohne diesen Druck dazu zugehören, sich anzupassen und ihr zu gefallen, leben ohne die Scheiß Angst nur ein Versager zu sein. Ich möchte wieder ein Kind sein und heimlich den Zuckerguss vom Kuchen schlecken.



Donnerstag, 2. April 2009