Donnerstag, 26. Februar 2009

XVIII. Früher war ich meistens traurig und heute bin ich....


...es noch immer.



"einiger dieser Songs habe ich im Schnitt etwa einmal pro Woche gehört (dreihundertmal im ersten Monat, hin und wieder danach), seit ich sechzehn oder neunzehn oder einundzwanzig war. Wie soll man das unbeschadet überstehen? Muss einen das nicht zum Menschen machen, der sich sofort in seine Bestandteile auflöst, wenn die erste Liebe scheitert? Was war zuerst da, die Musik oder das Unglücklichsein? Hörte ich mir Musik an, weil ich unglücklich war? Oder war ich unglücklich, weil ich Musik hörte? Machen mich all diese Platten zu einem melancholischen Menschen?

Die Leute machen sich Sorgen, weil Kinder mit Kriegsspielzeug spielen und Teenager Gewaltvideos gucken, wir fürchten, sie könnten Kultur und Verrohung anheimfallen. Niemand sorgt sich um Kinder, die Tausenden - buchstäblich Tausenden - von Songs über gebrochene Herzen, Zurückweisung, Schmerz, Leid und Verlust lauschen.

Von allen Menschen, die ich kenne, haben diejenigen am wenigsten Glück in der Liebe, denen Popmusik am meisten bedeutet. Ich weiß nicht, ob Popmusik der Auslöser dieses Unglücklichseins ist, aber ich weiß. dass sie schon länger traurige Songs hören, als sie ein unglückliches Leben führen..."


Nick Hornby - High Fidelity

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